Business Model Canvas Anleitung

10. Januar 2017
konzeptschmiede

Ob es nun der, die oder das Business Model Canvas ist, darin scheiden sich die Geister. Was aber unumstritten ist, das ist die Sinnhaftigkeit dieses Tools.

Meist kursieren bei der Entwicklung eines neuen Projekts oder Produkts viele Ideen. Diese sind oft verstreut auf losen Zetteln, in Ordnern, auf der Pinnwand oder auch in einer ppt Präsentation. Um all diesen Ideen und Ansätzen eine kompakte Form zu geben, eignet sich das BMC sehr gut. Durch die systematische Vorgangsweise sieht man sehr schnell, ob das eigene Geschäftsmodell Sinn macht bzw. überhaupt zu Ende gedacht wurde.

Ihr persönliches Business Model Canvas (BMC)

Business Model Canvas

Das Business Model Canvas besteht aus 9 Feldern, die prinzipiell in beliebiger Reihenfolge ausgefüllt werden können. Dennoch hat es sich in der Praxis bewährt, bei der Zielgruppe zu beginnen und bei den Werteversprechen weiterzumachen. Danach folgen die weiteren Felder.

Zur Vorbereitung: Man nehme eine A0 Vorlage des BMC die Sie weiter unten downloaden können und Post It‘s (am besten in min. 2 verschiedenen Farben, aber dazu später) sowie Stifte

Aber nun Step by Step:

1. KundensegmenteBusiness Model Canvas Kundensegmente

Die Fragen die Sie sich hier stellen sollten sind: Für wen schaffe ich mit meinem Produkt Wert?
Wer sind meine wichtigsten Kunden? Hier reicht es natürlich nicht „alle“ hinzuschreiben, sondern Segmente zu finden wie zB Studenten (FH, Uni, Erstsemestrige?), Singles, Hundebesitzer, Touristen … das hängt natürlich sehr vom Produkt ab.

Sollten Sie zB im B2B Umfeld tätig sein UND sich auch an Endkunden adressieren dann empfiehlt es sich, hier mit 2 verschiedenen Farben an Post It’s zu arbeiten. Die beiden Farben ziehen sich dann systematisch auch durch die anderen Felder.

2. Wertangebote

Wenn Sie nun definiert haben, wer Ihre Kunden sind, stellt sich die Frage, welche Kundenbedürfnisse Sie tatsächlich erfüllen (möchten) und welche Produkte bzw. Dienstleistungen Sie Ihren Kunden bieten. Dies können besondere Serviceleistungen genau so sein wie ein überzeugender Preis oder eine absolute Neuigkeit.

3. Kundenbeziehungen

Wichtige Fragen in diesem Bereich, sind jene zur Beziehung, die sich Ihre Kunden von Ihnen erwarten. Haben Sie an diese gedacht? Sind diese auch finanzierbar? Beispiele für Kundenbeziehungen können sein: persönlicher Vorortservice, Telefonsupport, automatisierter Versand von Standardmails, Foren etc.

4. Kanäle

Kanäle beziehen sich sowohl auf Kommunikation als auch Vertrieb. Die Frage ist, wie wollen Ihre Kundensegmente erreicht werden. Können Sie diese Kanäle überhaupt dauerhaft und kostendeckend betreiben? Sind diese Kanäle aufeinander abgestimmt? Welche Rolle spielen all diese Kanäle in den einzelnen Kaufphasen? (Vorkauf – Bewertung – Kauf – After Sales)

5. Einnahmequellen

Jetzt kommt das liebe Geld ins Spiel und auch in Ihr Canvas. Denn jetzt stellt sich die heikle Frage, wofür denn Ihre Kunden tatsächlich bezahlen möchten? Zahlen sie jetzt bereits für Ihre Leistungen und wie hoch ist der Anteil dieser Einnahmequelle am Gesamtumsatz? Für diesen Punkt sollten Sie genügend Zeit einplanen, denn hier sind sich die Teilnehmer vor allem im Bereich neuer Produkte meist noch nicht einig. Will man eine Hochpreisstrategie etablieren? Baut man auf Lizenzierung oder gar Vermietung oder auch Mitgliedsbeiträge? Vieles ist möglich, aber der Blick auf die Zielgruppen und ihre Zahlungsbereitschaft ist hier wesentlich.

6. Schlüsselressourcen

Über die Hälfte Ihres BMC ist nun fertig. Nun gilt es zu klären, welche Schlüsselressourcen erforderlich sind, damit Sie Ihre Wertangebote gewährleisten können. Sind es die Menschen hinter dem Produkt, ist es ein finanzkräftiger Investor oder sind es Patente oder Urheberrechte. Auch der Standort könnte hier ein wichtiges Asset sein.

7. Schlüsselaktivitäten

Welche Schritte sind nun notwendig, um Ihre Schlüsselaktivitäten erfolgreich ausführen zu können. Müssen Sie Ihre Vertriebskanäle etablieren, Ihre Kundenbeziehungen stärken, oder Ihr Netzwerk weiter ausbauen? Was müssen Sie jetzt tun um erfolgreich zu werden?

8. Schlüsselpartner

Ihr Canvas ist nun fast fertig und Sie haben bis zu diesem Zeitpunkt schon viele wertvolle Erkenntnisse gewonnen. Nachdem Sie jedoch nicht alleine am Markt sind, widmet sich dieses Feld Ihren Partnern, ohne die ein Erfolg nicht so einfach möglich wäre. Welche können Sie identifizieren und was macht diese Partner so wichtig für Sie? Gibt es zB die Möglichkeit zu strategischen Allianzen? 

9. Kostenstruktur

Last but not least das Thema Kosten. Mit welchen Kosten müssen Sie unbedingt rechnen? Was verteuert Ihr Business? Wie sind Sie in Ihrer Organisation in Punkto Kosten aufgestellt und wie könnte man diese gegebenenfalls verringern? 

Et voilà – Ihr erstes Business Model Canvas ist fertig! 

Business Model Canvas Wie versprochen, haben Sie nun auf einem Blatt Ihr gesamtes Geschäftsmodell abgebildet und können zur Tat schreiten. Einerseits haben Sie nun ein übersichtliches Gesamtbild, das Sie zB in einen Businessplan weiterverarbeiten können.  Andererseits sehen Sie sehr schnell, ob es in Ihren Gedankengängen noch Schwachstellen gibt, die unbedingt geklärt werden müssen, bevor Sie durchstarten können. Mithilfe dieses Gesamtbildes sollte es Ihnen nun auch möglich sein, sich von sämtlichen losen Zetteln mit Ideen und Gedanken zu verabschieden.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Umsetzung!

 

Wenn Sie diesen Schritt nicht alleine machen möchten, unterstützen wir Sie hier sehr gerne, denn im Business Modelling haben wir jede Menge Erfahrung. Ein Anruf oder e-mail genügt.

Hintergrundinformationen zum Business Model Canvas:

Entwickelt wurde diese Methode von Alexander Osterwalder. Er erarbeitet mit seiner Firma Tools für Startups und Innovatoren. Der Titel des Buchs „The Business Model Generation. Das inspirierende Handbuch für Visionäre, Spielveränderer und Herausforderer,“ spricht bereits für sich und ist absolut lesenswert.

Hier können Sie die offizielle  Vorlage Business Model Canvas herunterladen.

Und wenn das Ganze fertig ist?

In diesem Webinar werden einige Fehler erklärt, die beim Präsentieren der Ergebnisse des BMC passieren. Machen Sie es besser und beherzigen Sie diese Tipps.

BMC Webinar

Profis aufgepasst: Canvas Teil 2

Wenn Sie Gefallen an dieser Art der Arbeit gefunden haben, dann haben wir an dieser Stelle eine gute Nachricht für Sie:

Das war noch nicht alles! Denn mit dem Value Proposition Canvas können Sie Ihre bisherige Arbeit noch um eine bedeutende Sichtweise ergänzen. Nämlich um die Kundensicht! In dieser Methode stellen Sie Ihre Werteversprechen dem gegenüber, was der Kunde eigentlich möchte. Daraus können Sie ableiten, wo für Ihr Produkt das größte Potenzial liegt und womit Sie Ihren Kunden am meisten begeistern können.

Neugierig? Dann sehen Sie sich den Artikel zum Value Proposition Canvas an.